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Warum ein Film über Mobbing

Mobbing/Cybermobbing ist ein Phänomen der Gegenwart, das jeden von uns

treffen kann, sei es am Arbeitsplatz oder in der Schule. Speziell im Schul- und

Bildungsbereich ist heutzutage Mobbing/Cybermobbing erstaunlich weit

verbreitet. Gemäss aktuellen Untersuchungen kann davon ausgegangen

werden, dass rund 10% aller Jugendlichen während ihrer Schulzeit Opfer von

Mobbing werden. Dies lässt auch darauf schliessen, dass nahezu alle

Jugendlichen am Ende ihrer Schulzeit direkt oder indirekt Erfahrungen gemacht

haben mit irgendeiner Form von länger anhaltender, systematischer

Ausgrenzung, Abwertung oder Schikane eines/einer anderen

Schülers/Schülerin.

Das Problem einzig auf alterstypische Streitigkeiten zwischen

Heranwachsenden zu reduzieren, greift eindeutig zu kurz. Als Täter und/oder

Opfer können beinahe alle an der Schule Beteiligte in Frage kommen: Schüler,

Lehrer, Schulleiter und nicht zuletzt die Eltern. Die Entstehung von Mobbing

wird vor allem dann gefördert (resp. nicht verhindert), wenn in Klassen und

Schulen ein soziales Klima von Misstrauen, Auseinandersetzungen und

Machtkämpfen herrscht, wenn kaum Wert auf einen respektvollen Umgang

miteinander gelegt wird, wenn bei auftretenden Konflikten mit

Schuldzuweisungen anstatt lösungsorientiert reagiert wird und wenn niemand

die Verantwortung trägt (oder tragen will), um die Grenzen festzulegen, bis

wohin Konflikte toleriert werden bzw. ab wann eingegriffen werden muss. Das

Fehlen emotionaler Unterstützung – sowohl für Täter als auch für Opfer – heizt

die Mobbing-Spirale zusätzlich an.

Die psychischen und physischen Folgen, die Menschen mit Mobbing-

Erfahrungen erleiden, sind nicht zu unterschätzen. Sie reichen von leichteren

mentalen Verstimmungen bis hin zu stärkerer Aggressionsbereitschaft,

überhöhter Sucht- oder Selbstmordneigung sowie zu einer dauerhaft

herabgesetzten körperlichen Widerstandsfähigkeit. Oft leiden Mobbing-Opfer

ihr ganzes Leben lang an den Folgen ihrer traumatischen Erfahrungen.

Unser Spielfilm „Der lautlose Schrei“ nimmt sich dem Thema

Mobbing/Cybermobbing an und will anhand einer fiktiven Geschichte aufzeigen,

wie sich Mobbing in einem Klima des Misstrauens entwickelt und welche

dramatischen Konsequenzen daraus resultieren, sowohl für die direkt als auch

indirekt Beteiligten.

Der Film zeigt anhand seiner Protagonisten und Antagonisten, wie weit junge

Menschen in ihrer Verzweiflung bereit sind zu gehen, damit man ihnen endlich

zuhört und sie mit ihren Leiden und Sorgen ernst nimmt. Nicht zuletzt sind es

die „Täter“, die sich bei näherem Hinsehen als höchst verzweifelte junge

Menschen entpuppen, die aus einem früheren Zeitpunkt in ihrem Leben ein

Gefühl des Scheitern oder der Enttäuschung mittragen, jedoch niemanden

haben, dem sie sich anvertrauen könnten um ihren Schmerz und ihr Leiden zu verarbeiten.

In einem Kontext von Machtkampf und Leistungsdruck, wie es

leider auch im Bildungs- und Schulbereich vorkommen kann, wird diesen

Menschen dann eine Möglichkeit zur Kompensation gegeben – zumeist auf

Kosten der Schwächeren oder Sensibleren.

Der Film ist grundsätzlich für jedes Alter gedacht, soll aber vor allem junge

Menschen zwischen 15 und 20 ansprechen und ihnen Mut machen, mit

anderen über ihre Sorgen und Ängste zu sprechen. Vor allem dann, wenn sie

sich in einer Situation wie der im Film beschriebenen befinden, sollen sie

sehen, dass es zu jedem Zeitpunkt möglich ist, aus der Teufelsspirale

auszusteigen.

 

Gabriel da Silva, Autor der Geschichte, wählte den Titel für diesen Film, weil:

 

 
“ … es oft einen Schrei der Mobbing-Opfer gibt, der aus dem Innersten ihrer Seele kommt. Ein Schrei nach Hilfe, Liebe, Anerkennung oder Respekt. Jedoch hört ihn da draussen niemand. Viele wollen ihn auch nicht hören. Aber er ist da, täglich. In vielen von uns…
…der lautlose Schrei.

 

Wenn auch Du der Meinung bist, dass eine Diskussion über Cyber-Mobbing nötig ist und man etwas dagegen tun sollte, würden wir uns über deinen Support freuen. Vielen Dank!

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