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Worte des Regisseurs

GABRIEL DA SILVA – REGIE

 

Mobbing an Schulen ist ein weltweites Problem. Besonders in den USA, aber auch in Deutschland kam es leider schon zu mehreren Amokläufen; und nach dem Amoklauf, ist die ganze Welt entsetzt und fragt sich geschockt, wie es nur dazu kommen konnte. Bei einer genaueren Recherche kommt dann zum Vorschein, dass die Amokläufer oft über lange Zeit von gewissen Mitmenschen aufs Tiefste gedemütigt wurden und jahrelang von Mitschülern soziale Ausgrenzung erleiden mussten. Hilfe und Verständnis finden die Opfer auch nicht immer von Seiten der Eltern und Lehrkräfte, das lässt sie noch einsamer werden und sie kämpfen mit Suizidgedanken.
Manchmal entsteht aus diesem «Ohnmachtsgefühl» plötzlich eine so enorme Wut, die sie nicht nur gegen sich selbst richten, sondern auch gegen die Peiniger, so dass sie diese mit in den Tod nehmen wollen.
In meinem Film «der lautlose Schrei» will ich aufzeigen, wie junge Menschen gemobbt werden, von Eltern und Lehrkräften wenig oder gar keine Hilfe erfahren und somit ihrem Leiden ein Ende setzen wollen.
Das Drama nimmt seinen Lauf, niemand kann es noch aufhalten. Zu lange wurden die Probleme von gewissen Verantwortlichen nicht ernst genommen oder gar ignoriert. Auch die Figur Linda nimmt man nicht ernst, obwohl sie die Machenschaften der Mitschüler mehrmals anspricht und sich ganz bewusst vor das Opfer Felix stellt. Linda konfrontiert schonungslos die Anführerin Sabrina mit deren böswilligen Taten und gibt nicht auf, obwohl auch sie dadurch ausgegrenzt wird. Lindas Mut, sich gegen diese bösartigen Mobbingattacken einer Schülergruppe zu wehren, sich vor das Opfer zu stellen wünsche ich vielen anderen Jugendlichen in unserer Gesellschaft. Mit diesem Film will ich Schülern aufzeigen, dass man schon bei ersten Anzeichen von Mobbing reagieren, sich gegen die Täter wehren und ganz klar vor die Opfer stellen sollte. Mobbingopfer leiden oft über viele Jahre und werden von der Gesellschaft nicht ernst

DER LAUTLOSE SCHREI 19
genommen. Die Scham, dass ausgerechnet ihnen dieses Mobbing angetan wird ist riesig. Sie suchen den Fehler bei sich, obwohl jeder Mensch zu einem Mobbingopfer werden kann. Mobbingopfer werden oft nicht verstanden und ziehen sich in ihrer Hilflosigkeit und Ohnmacht immer mehr zurück, bis sie die Qual nicht mehr ertragen können und es zu einem Drama wie in diesem Film kommen kann. Für viele Kinder kann die Schule dadurch eine Qual sein. Besonders wenn sie in irgendeiner Weise etwas andersartig sind. Nicht selten werden sie von einer Gruppe ausgegrenzt, verhöhnt, erniedrigt und über lange Zeit geplagt. Den Mobbern fehlt die Empathie. Sie können und wollen nicht sehen, wie die Opfer leiden. Die Opfer signalisieren jedoch immer in irgendeiner Form « lautlose Schreie», nur werden sie oft ignoriert, überhört und falsch verstanden. Ganz bewusst wollte ich einen realitätsnahen Film drehen, aufzeigen, wie Mobbingopfer zu Täter werden können, weil sie sich von der Gemeinschaft im Stich gelassen fühlen. Auch war mir von grosser Bedeutung, in diesem Film aufzuzeigen, dass Amokläufer nicht einfach aus dem Nichts zuschlagen, nicht einfach «böse» geboren werden, die Gesellschaft eine grosse Mitverantwortung trägt. Immer wieder sollten sich die Verantwortlichen fragen, wie sie mit Jugendlichen, mit Andersartigen und Schwächeren umgeht, Verantwortung für ihr Verhalten übernehmen und sich und ihr Verhalten diesen Menschen gegenüber hinterfragen. Ganz bewusst habe ich diesen Film in CH-Dialekt gedreht. Der Film soll einen volksnahen Bezug aufzeigen, es ist jedoch ein Film, der ein Thema aufweist, welches weltweit aktuell ist. Der Film soll besonders Jugendliche, Eltern und Lehrkräfte, Menschen die direkt mit jungen Menschen arbeiten und konfrontiert sind, ansprechen.

Wenn auch Du der Meinung bist, dass eine Diskussion über Cyber-Mobbing nötig ist und man etwas dagegen tun sollte, würden wir uns über deinen Support freuen. Vielen Dank!

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